Der Tobii Dynavox Lernprozess

Der Tobii Dynavox Lernprozess zeigt in mehreren, leicht verständlichen Phasen, wie Nutzer mit unterschiedlichen physischen und kognitiven Fähigkeiten Augensteuerung verwenden können. Jede Phase konzentriert sich hierbei auf die Kommunikation und bietet Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb der gegenwärtigen und/oder hin zu einer neuen Phase. Selbst wenn das Voranschreiten zu einer höheren Phase nicht möglich ist, bietet dieser Lernprozess Handlungsempfehlungen zur Entfaltung und zeigt auf, wie Augensteuerung auf den verschiedensten Leveln erfolgreich eingesetzt werden kann.

Bis heute wurden die Augensteuerung und die Blickinteraktion innerhalb der Unterstützten Kommunikation meist für diejenigen bereitgestellt, die ein bestätigtes Verständnis von Ursache- und Wirkungszusammenhängen haben. Die Anwender mussten dabei für ein Gerät zur Unterstützten Kommunikation (UK) bereit sein, das sie mit den Augen steuern und in Verbindung mit einem UK-Vokabular nutzen können.

Der Prozess hin zu einer erfolgreichen Nutzung der Augensteuerung und dem Begreifen von Ursache-Wirkungszusammenhängen kann sehr schwierig sein. Doch die Fähigkeiten zur Augensteuerung und Blickinteraktion können erlernt werden. Durch konstruktive und strukturierte Lernmethoden können Nutzer dabei unterstützt werden, praktische kognitive Fertigkeiten zu erlernen, zu denen auch Augensteuerung und Blickinteraktion gehören. Tobii Dynavox ist überzeugt, dass Nutzer die Fähigkeiten entwickeln können, mit denen sie ein UK Vokabular in Verbindung mit augengesteuerten Geräten steuern können und sich ihnen dadurch die Welt der Kommunikation öffnet.

Der Tobii Dynavox Lernprozess besteht daher aus mehreren Phasen mit individuellen Meilensteinen, die dabei helfen, den Weg zur Augensteuerung und Blickinteraktion bestreiten zu können. Der Lernprozess zeigt auf, in welchen Phasen sich welche Mittel eignen und bietet dadurch entsprechende Handlungsempfehlungen, Lern- und Lehrtechniken sowie Softwarevorschläge für Betreuer, Lehrer und Experten. Mithilfe des Lernprozesses wird jeder Nutzer von Beginn an auf seinem Weg der Unterstützten Kommunikation begleitet.

1. Erstes Entdecken

„Ich habe Spaß, wenn ich auf den Bildschirm schaue.“

In der ersten Phase wird vermittelt, wie einfach und schnell es sein kann, die Augensteuerung zu verwenden.

2. Frühes Beobachten

„Es passiert überall etwas Anderes, wenn ich den Bildschirm anschaue.“

In der Phase soll vermittelt werden, dass das Anschauen unterschiedlicher Bereiche auf dem Bildschirm auch unterschiedliche Reaktionen hervorruft.

3. Erkunden

„Ich verändere überall auf dem Bildschirm etwas.“

Beim Erkunden wird das Prinzip von Ursache und Wirkung vermittelt und, dass Änderungen auf dem Bildschirm davon abhängig sind, wo man hinschaut.

4. Konkretes Entdecken

„Ich kann einen Bereich auf dem Bildschirm anschauen, damit etwas Bestimmtes passiert.“

In dieser Phase wird vermittelt, dass man durch das Bewegen des Mauszeigers mit den Augen über etwas Bestimmtes eine Aktion auslösen kann.

5. Gezielte Auswahl

„Ich kann bestimmte Bildschirminhalte mit meinem Blick auswählen.“

In der Phase der gezielten Auswahl wird vermittelt, dass eine Auswahl auf dem Bildschirm auch Auswirkungen auf die Realität haben kann.

6. Computerzugang

„Ich kann mit meinem Blick unabhängig kommunizieren und den Computer bedienen.“

Das Lernen in dieser Stufe ermöglicht eine größere Spanne an Kommunikationsmethoden.